Sonderlandeplatz Gransee

Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm wehrt sich schon seit Jahren gegen den Lärm, der vom Sonderlandeplatz Gransee ausgeht. Inzwischen verfügt die GoJump GmbH über drei Flugzeuge ! Mit mindestens zweien dieser extrem lauten Maschinen hat die GoJump GmbH auch in  diesem Jahr 2013 wieder sowohl Fallschirmspringer als auch Huckepackspringer, die sich den Nervenkitzel des kurzen Falls aus 2000 m Höhe leisten können, in die Lüfte transportiert. Dazu steigen diese Flugzeuge in großen Kreisen  dröhnend über den Köpfen tausender Bürger, die ihre verdiente Ruhe und Erholung am Wochenende suchen.

In Gransee und Gemeinden gilt wie überall in Deutschland eine Lärmschutzverordnung. Die verbietet den Bügern an Sonn- und Feiertagen z.B. Maschinenlärm, Rasenmähen, Sägen und Hämmern. Warum gilt diese Lärmschutzverordnung nicht auch für die Lärmmaschinen, die vom Landeplatz Gransee aus starten und uns die Wochenenden verderben.

Einige Wenige können ihre Freizeit damit verbrinden, einer großen Zahl von Bürgern unserer Gemeinden die Sonntagsruhe zu zerstören.  Schon seit Bestehen des Flugplatzes hat es Beschwerden gegeben. “Kein Fluglärm an Sonn- und Feiertagen”. Wir wehren uns gegen den unerträglichen Freizeitlärm, der durch die Flugzeuge der GoJump GmbH verursacht werden. Der Lärm beeinträchtigt unsere Lebensqualität. Es kann nicht sein, dass das Profitinteresse eines Einzelnen, das Gewinnstreben der GoJump GmbH, mehr wiegt als das Erholungsbedürfnis und die Gesundheit von Tausenden von Bürgern unserer Region.

Deutschland hat die grösste Flugplatzdichte weltweit!

In Brandenburg allein gibt es 49 Flugplätze.
Dagegen hat z.B. Mecklenburg-Vorpommern nur 21, weniger als die Hälfte!

Ganze 12 Flugplätze gibt es in Oberhavel und den angrenzenden Landkreisen!
Drei dieser Flugplätze befinden sich in weniger als 30 Km Entfernung zu Gransee!

Einer dieser, der Sonderlandeplatz Gransee, ist direkt neben der Stadt gelegen.
Er hat keine verkehrspolitische Bedeutung.
Er dient nur dazu, einigen Leuten das Springen aus einem Flugzeug zu ermöglichen. Einigen als teures Hobby “Sport”, den anderen angelockt zum Freizeitvergnügen “Kick”.

Der Sonderlandeplatz Gransee (EDOG)
liegt in unmittelbarer Nähe der unter besonderen Schutz stehenden Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, Uckermärkische Seen und Barnim.
Gleich daneben befindet sich das Naturschutzgebiet Fauler See.

Die Genehmigung für den Flugbetrieb auf dem Sonderlandeplatz Gransee wurde am 26.10.1992 an die Fallschirmsportgemeinschaft Berlin/Gransee e.V. vom Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg für die Ausübung des Fallschirmsprungsports erteilt

Deren Konsequenzen für den Flugbetrieb am Sonderlandeplatz Gransee lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Eine nicht begrenzte Anzahl von Flugzeugen (je bis zu 5,7 t Gewicht höchstzulässiger Startmasse) darf, von wenigen Minuten nach Sonnenaufgang bis wenigen Minuten vor Sonnenuntergang, ganz ohne Ruhezeiten, vom Sonderlandeplatz aus in der Gegend herum fliegen.
  • Sonn- und Feiertags- und Mittagsruhe, alles was für normale Bürger und andere Unternehmen in umfangreicher Lärmschutzgesetzgebung bindend ist, findet für den Flugbetrieb keine Anwendung!
  • Es gibt keine verbindlichen Einschränkungen bezüglich des Überfliegens von Ortschaften und Naturschutzgebieten oder sonstige Lärm begrenzende Massnahmen.
  • Lediglich Flughöhen unter 300m sind untersagt und das Fliegen und Springen muss nach Sichtflugregeln durchgeführt werden!

(Lesen Sie dazu mehr unter “Politik und Recht”)

Seit dem Jahr 2007 betreibt die GoJump GmbH den Flugbetrieb auf dem Sonderlandeplatz Gransee.
Die Beauftragung hierzu erfolgte durch die Fallschirmsprunggemeinschaft Berlin, die damit den Weg für die kommerzielle und weitere akustische Okkupation der Ressource Natur in dieser wunderschönen Landschaft bewusst mit verantwortet.
Rechtlich ist dieser Vorgang, wie die Veräusserung von Emissionsrechten zur Luftverschmutzung, zulässig!

Die vom Sonderlandeplatz Gransee ausgehenden Platzrunden des Absetzflugzeuges erstrecken sich auf das immer gleiche Gebiet der Ämter und Gemeinden Gransee, Zehdenick und auch Lindow.
Mehrmals im Jahr sind gleich mehrere Absetzflugzeuge im Einsatz.
Im Gegensatz zu Verkehrsflugplätzen, wo Flugzeuge kommen und wieder verschwinden, fliegt das Absetzflugzeug hier stets im gleichen, lokalen Luftraum über den Köpfen der Bevölkerung.
Die Platzrunden nehmen sich zumeist so wahr:
Nach dem Start werden die Sehenswürdigkeiten der Naturparklandschaften, die Seen, das Schloss Meseberg, das Havelgebiet niedrig angeflogen, um dann schnell, schraubenförmig die Absprunghöhe über dem Sonderlandeplatz zu erreichen. Dann geht es, mit oft waghalsig ausschauenden Flugmanövern, direkt zum Boden zurück, um rasch wieder aufsteigen zu können.

 Wochenende für Wochenende von Anfang April bis Ende Oktober!

Das Gelände des Sonderlandeplatzes Gransee ist in mehrere Parzellen unterteilt die sich (noch) im Besitz verschiedener Eigentümern befinden. Grosse Teile des Sonderlandeplatzes sind gepachtet.

Die Fallschirmsportgemeinschaft Berlin-Gransee e.V.
Der Verein entstand aus zwei Westberliner Fallschirm-Sportvereinen und einem grossen Ostberliner Verein.
Wie der Verein angibt, haben es Vereinsmitglieder geschafft, die Behörden zu überzeugen, einen neuen Flugplatz nur fürs Fallschirmspringen zu genehmigen. Die Stadt Gransee war kooperativ.
Interessanter Weise operiert der Verein zum Thema Fluglärm eher im Hintergrund. Bei der Öffentlichkeitsarbeit verlässt man sich gern auf den kommerziellen Betreiber.
Gelegentlich erscheinen Erfolgsnachrichten zum Flugbetrieb in der Lokalpresse.

Die GoJump GmbH

Die GoJump GmbH ist beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin registriert. Dort dürften auch die zu zahlenden Steuern hin fliessen.
Gransee, Zehdenick und deren Gemeinden bekommen nur den Lärm!
Es ist bemerkenswert was an Aktivitäten entfaltet wird.
Webseiten, Sprungbetrieb an unterschiedlichen Standorten, Flugvermietung, ein Verkaufsbüro, zahlreiche Adressen sind zu finden, Aktivitäten in Übersee….
Aber wie so oft, scheinbar reduziert sich die Bereitschaft zu allgemein verträglichem Verhalten, wenn das eigene Vergnügen und/oder die Gewinnmaximierung eingeschränkt werden sollten.
Warum auch? Herr Vetter und seine Gojump GmbH machen das, was ihnen vom Ministerien, Luftfahrtbehörde (LuBB) und der bundesdeutschen Gesetzgebung genehmigt wurde.

Ein oft angeführtes Argument sind die Arbeitsplätze für die heimische Bevölkerung, die der Flugplatz mit sich bringt. Konkrete Angaben dazu sind nicht zu bekommen.
Die fünf Monate der kälteren Jahreszeit liegt der Flugbetrieb hier in Gransee nahezu brach. Das sagt einiges zu diesem ‘Saison-Unternehmen’ für Gransee. Auch dürfte der Fluglärm die Ansiedlung neuer Unternehmen, insbesondere des naturnahen Tourismus, eher abschrecken als anlocken.

Das Flugzeug D-FGOJ
der GoJump GmbH ist eine neuseeländische Absetzmaschine vom Typ PAC 750XSTOL. Sie bringt bis zu 18 Personen dröhnend in die Luft. Dieser Typ ist selten in Europa (wahrscheinlich zu laut).
Eine der wenigen Maschinen in Europa ist bereits im Jahre 2008 in der Schweiz abgestürzt.
Es liegt im Einsatzzweck begründet, dass Absetzflugzeuge von der Grösse eines Kleinbusses, die in kürzester Zeit eine hohe Anzahl an Personen auf mehr als 4000m Höhe zu bringen haben, nicht leise ausfallen. Motorbauart, Propellerlage und Konstruktionsbedingungen für den Absprung stehen dem im Wege.
Offensichtlich bemüht sich Herr Vetter einen Vertrieb für dieses Flugzeug in Deutschland, mit Vorführluftraum Gransee, aufzubauen.
Dies widerspricht natürlich der einst gedachten Widmung des Sonderlandeplatzes zu Fallschirmsprungzwecken.

Weitere Aspekte zur Problematik lesen Sie bitte in den anderen Rubriken.

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