Umwelt und Naturschutz

In den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts war Gransee anerkannter Luftkurort.

Der Geronsee und das nördlich angrenzende Wald- und Seengebiet boten damals vielen Berlinern Erholung an Wochenenden und in den freien Sommermonaten.

Die Großtrappe brütete noch zwischen Osterne und Kleinmutz.

Der fortlaufende Tonabbau in nordwestlicher Richtung hatte viele Tonstiche geschaffen, deren Erhalt auch heute noch vielen Anglern wichtiges Anliegen ist.

Die intensive Landwirtschaft und der Garten- und Waldbau waren zur DDR Zeit für viele Granseer wichtiger Broterwerb.

In der Tonstichlandschaft und an den Seen der Umgebung entstanden viele Datschen, wo Einheimische und Großstädter an Wochenenden die wohlverdiente Ruhe suchten und auch heute noch suchen.

Trotz vorrückender Zivilisation blieben viele Landstriche unberührt, so dass in der Umgebung von Gransee solche seltenen Tiere, wie Seeadler, Biber, Grünspecht und Schwarzstorch noch anzutreffen sind.

Jedes Jahr ziehen Vogelschwärme über Gransee, um ihr Sommer- und Winterquartier zu wechseln.

Die Großtrappen gelten leider seit 1986 als ausgestorben. Die intensive Landwirtschaft und mangelhafte Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen.

Ziel der heutigen Politik sollte es sein, diese naturbelassenen Biotope zu erhalten und zu schützen.

Nördlich von Gransee entstand das Landschaftsschutzgebiet (LSG) “Neuruppin-Rheinsberg-Fürstenberger Wald- und Seengebiet”. In unmittelbarer Nähe von Gransee, direkt zwischen Flugplatz und Badingen, wurde das Sumpfgebiet “Fauler See” zum Naturschutzgebiet erklärt.

Bleibt abzuwarten, inwiefern der in den letzten Jahren zunehmende Flugbetrieb des Sonderlandeplatzes Gransee die strengen Auflagen eines Naturschutzgebietes erfüllt. “Krach machen” ist in der Natur offensichtlich erlaubt. Jedenfalls fühlen sich derzeit Umweltbehörden nicht in der Lage bzw. Verantwortung, den Flugbetrieb auf ein Höchstmaß einzuschränken.

So nach dem Motto: “Die Tiere haben sich daran zu gewöhnen!” (Die Menschen erst recht.)

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